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Grundlagen des Devisenhandels

Handelsstrategien

Die verschiedenen Handelsstrategien für den Devisenmarkt unterscheiden sich einerseits im Zeit- und Arbeitsaufwand, welchen sie erforderlich machen, andererseits durch die Analysemethoden und die Analysewerkzeuge, welche zum Einsatz kommen, und nicht zuletzt durch die Marktsituationen, in denen sie jeweils Anwendung finden. Es dürfte sich für Ihr Trading auszahlen, sich mit mehreren verschiedenen Handelsstrategien vertraut zu machen.

Untenstehend finden Sie eine Kurzbeschreibung von mehreren häufig verwendeten Handelsstrategien. Beachten Sie allerdings, dass Sie diese Strategien nicht streng nach dem Lehrbuch durchziehen müssen. Für welche Strategie Sie sich auch entscheiden sollten: Es gilt stets der Grundsatz, dass Sie sämtliche Handelsstrategien nach Belieben abändern können, sofern es die Marktsituation erforderlich machen sollte. Bevor Sie eine Handelsstrategie für den realen Handel einsetzen, können Sie diese risikofrei auf einem Demonstrations-Konto ausprobieren.

Der Positionshandel

Der Positionshandel stellt das direkte Gegenteil des Scalping dar: Hierbei handelt es sich um eine langfristig ausgerichtete Handelsstrategie, wobei die gewählten Trades über Tage, Wochen oder sogar Monate geöffnet bleiben können. Die Hauptzielsetzung besteht hierbei darin, einen substantiellen Gewinn zu erzielen, indem man auf einen größeren Trend setzt. Diese Strategie erfordert ein grundlegendes Verständnis der Fundamentaldaten und einen Einzahlungsbetrag, der groß genug gewählt ist, um kleinere gegenläufige Preisfluktuationen durchstehen zu können.

Bei der Anwendung dieser Strategie sollten Sie stets die Tatsache im Hinterkopf behalten, dass für sämtliche Positionen, welche über die Dauer eines Handelstages hinaus gehalten werden,  Swaps oder Rollover -Gebühren anfallen. Bei der Handelsplattform MT4 wird der Swap auf sämtliche Orders erhoben, welche zwischen 23:59 Uhr und 0:01 Uhr (Server-Zeit) geöffnet sind. Der Devisenhandelsrechner, welcher auf unserer Website verfügbar ist, gestattet es Ihnen, die Swap-Gebühren sowohl für Long- als auch für Short-Positionen zu berechnen.

Bei der Handelsplattform cTrader allerdings wird die Gebühr immer dann fällig, wenn Sie eine Order von Freitag bis Montag geöffnet halten. Die wöchentlichen Rollover-Raten finden Sie hier.

Das Hedging

Das Hedging ist eine Strategie, die oftmals zur Reduzierung des Risikos angewandt wird, welchem eine Position im Falle von entgegen der Spekulationsrichtung eines Traders gerichteten Preisfluktuationen ausgesetzt ist. Ein Hedge-Trade wird grundsätzlich in der Gegenrichtung der bereits vorhandenen Primärposition aufgenommen; die erforderliche Marge wird in diesem Fall zwischen den beiden gegenläufigen Orders aufgeteilt.  

Devisen-Hedging Kauf-Order

Devisen-Hedging

Allerdings gilt selbst in dem Falle, dass Sie Ihre Handelsgeschäfte (Trades) hedgen, das immer noch ein Risiko dafür besteht, dass Sie durch Ihren Handel signifikante Verluste erleiden können. Da sämtliche Kauforders jeweils zum Bid-Preis geschlossen werden und sämtliche Verkaufsorders jeweils zum Ask-Preis geschlossen werden, kann eine Ausweitung der zugrundeliegenden Spreads den auftretenden Verlust sowohl für Long- als auch für Short-Positionen deutlich vergrößern.

Der Nachrichtenhandel

Jeden einzelnen Tag werden Hunderte von Wirtschaftsnachrichten aus aller Welt veröffentlicht. Während einige dieser Nachrichten keinen oder nur geringfügigen Einfluss auf die Märkte haben, so folgen auf andere Nachrichten größere Kursausschläge und eine somit erhöhte Volatilität. Nachrichten-Trader versuchen, vorherzusagen, wie der Markt auf ein bestimmtes Ereignis reagieren wird.

Der Wirtschaftskalender ist das wichtigste Werkzeug, auf welches ein Nachrichten-Trader zurückgreift, um die anstehenden Veröffentlichungen und Ereignisse im Auge zu behalten und vorherzusagen, wie diese wohl den Markt beeinflussen werden. Sämtliche Ereignisse, die für die laufende oder die folgende Woche anstehen, können nach Einfluss, Land, Kategorie und Zeit sortiert werden. Da Währungen immer in Paaren gehandelt werden, sollte man als Trader die Nachrichten beider Länder in seine Berechnung miteinbeziehen.  

Im Wirtschaftskalender werden Sie ebenfalls eine Prognose finden, die durch eine Finanznachrichtenagentur zur Verfügung gestellt wird. Diese Prognose beruht auf einer Umfrage, welche unter einer Anzahl von Analysten und Wirtschaftsexperten durchgeführt wurde; dazu werden diese Experten über ihre Meinung bezüglich eines bestimmten Ereignisses befragt. Je mehr die tatsächlich veröffentlichten Daten von den Prognosen abweichen, umso stärker wird der Ausschlag, welchen Sie auf den Märkten erwarten können, in der Regel ausfallen.

Um mehr darüber zu erfahren, können Sie sich unsere Einführung in die Fundamentalanalyse hier ansehen.

Das Scalping

Das Scalping ist eine Handelsstrategie, welches Ihnen erlaubt, von kleineren Kursschwankungen zu profitieren, die sich im Laufe eines Handelstages ergeben. Scalper versuchen dabei, jeweils mehrere Pips pro Trade zu erzielen, anstatt einen großen Gewinn auf eine einzelne Position zu realisieren.

Scalping gilt als eine der profitabelsten Handelsstrategien, da es üblicherweise leichter fällt, kleinere Kursschwankungen abzugreifen, weil diese viel häufiger als größere Kursausschläge auftreten. Darüber hinaus kann es die Risikoexposition senken, da die Trades in diesem Falle nämlich relativ kurzfristig ausgelegt sind. Allerdings ist es dennoch empfehlenswert, diese Handelsgeschäfte mit verschiedenen Techniken des Risikomanagements zu kombinieren und dabei die Erhöhung der Volatilität zu berücksichtigen, welche sich möglicherweise aufgrund von wichtigeren Nachrichten und Ereignissen ergeben kann.
Scalper verwenden häufig grundlegende Methoden der technischen Analyse im Rahmen ihrer Handelsstrategien, um kurzfristige Trends auf dem Markt zu analysieren. Beispielsweise kann ein Trader eine Position mit einer Verlustbegrenzung (Englisch: „Stopp Loss“) von zwei Pips aufnehmen, und er kann sie dann wieder schließen, sobald sie 3-5 Pips an Gewinn erzielt hat und sich der Preis einem Unterstützungs- oder Widerstandsniveau nähert, oder auch einem Umkehrpunkt oder einem Fibonacci-Niveau.
Ein weiterer Schlüsselaspekt, welchen Sie bedenken sollten, bevor Sie diese Strategie im Handel einsetzen, ist die Wahl des Brokers. Eine ganze Reihe von Brokerhäusern verbietet nämlich schlicht und einfach die Technik des Scalping, oder sie beschränken die Mindestorderlänge. Für all jene, welche sich für diese Handelsstrategie entscheiden, sind enge Spreads und eine niedrige Latenzzeit bei der Orderausführung von Vorteil. OctaFX bietet Ihnen wettbewerbsfähige Spreads an – und das in Kombination mit keinerlei Gebühren für das Trading und einer Marktausführungszeit von weniger als 0,1 Sekunden. Dies garantiert eine optimale Handelsumgebung für Scalper.

GRID-TRADING

Die Strategie des Grid-Tradings besteht darin, anstehende Orders in regelmäßigen Intervallen über und unter vordefinierten Kursniveaus zu setzen. Hierzu ist keine definitive Prognose der künftigen Marktrichtung erforderlich – diese Strategie kann daher ganz einfach zum Einsatz kommen, wenn es keinen klaren Trend auf den Märkten gibt.

NiveauOrderEröffnungskursNiveauOrderEröffnungskursHedge
1 Kauf-Stopp 1,35150 -4 Verkauf-Stopp 1,34400 -75
2 Kauf-Stopp 1,35300 -3 Verkauf-Stopp 1,34550 -75
3 Kauf-Stopp 1,35450 -2 Verkauf-Stopp 1,34700 -75
4 Kauf-Stopp 1,35600 -1 Verkauf-Stopp 1,34850 -75
        Maximaler Grid-Verlust (Pips)   -300

Martingale

Das Martingale-System wurde ursprünglich im 18. Jahrhundert ersonnen. Es handelt sich hierbei um eine Wettstrategie, die auf der Wahrscheinlichkeitstheorie basiert. Das ihr zugrundeliegende Prinzip besteht darin, dass man seinen Wetteinsatz jedes Mal verdoppelt, wenn man verliert; hierbei geht man davon aus, dass ein anschließend erfolgender Gewinn schließlich alle zuvor erlittenen Verluste wieder wettmachen sollte. Beim Devisenhandel folgt man demselben Prinzip: Das Handelsvolumen wird ganz einfach verdoppelt, wenn der Trader mit seiner Strategie Verluste gemacht hat. Falls sich der Markttrend gegen den Trader drehen sollte, dann erhöht er ganz einfach sein Handelsvolumen um das Doppelte; man tut dies in Erwartung eines Ausbruchs oder einer Trendumkehr.

Nehmen wir einmal an, dass das Währungspaar EUR/USD momentan bei 1,09450 steht:

OrderEröffnungskursAktueller KursGewinn/Verlust
1 Los Kauf 1,09450 1,09400 50 USD
2 Los Kauf 1,09400 1,09350 100 USD
4 Los Kauf 1,09350 1,09400 200 USD

Das System von Martingale erfordert einen relativ hohen Einzahlungsbetrag, damit man die potentiell anstehenden Verluste durchstehen kann. Darüber hinaus ist diese Strategie mit einem hohen Risiko verbunden, und Sie werden möglicherweise auf ein „Stopp Out“ treffen, bevor Sie Ihre Verluste wieder wettmachen oder sie sogar in einen Gewinn verwandeln können.

Wir möchten Sie hiermit darauf aufmerksam machen, dass selbst unter Verwendung von ausgeklügelten und hochkomplexen Systemen Situationen auftreten können, in denen Sie die Richtung des Marktes nicht korrekt vorhersagen können – und daher werden Sie durch Ihre ausgewählten Handelsstrategien möglicherweise falsche Handelssignale erhalten. Wenden Sie in jedem Fall genügend Zeit auf, um Ihre Handelsstrategie zu entwickeln, bevor Sie diese im echten Handelsgeschehen zum Einsatz bringen.

 

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